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  • : Roland Kellers Medien- und Marketing-Blog greift Phänomene, Chancen und Gefahren der viralen Kommunikation im Internet sowie in den klassischen Medien auf. Viral Clash: Impulse durch Zusammenstöße.
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Freitag, 18. april 2008

War es nicht immer so, dass sich Informationen von oben, von den Leistungsträgern und Eliten ausgehend, nach unten verbreitet haben? Oder liege ich da falsch? Vielleicht gibt es ein paar Ausnahmen in der Geschichte ...

Zumindest scheint dieses Einbahnstraßen-Verkündungsmuster heute noch für viele Unternehmen zu gelten. Mit dem Wort Kommunikation hat die archaische Art und Weise des Info-Transports wenig zu tun. Wie zu biblischen Zeiten wird in eine Richtung gesendet. Rückkanäle für Mitarbeiter, Aktionäre, Öffentlichkeit und Kunden stehen kaum zur Verfügung. Ganz so als hätte man noch nicht mitbekommen, dass sich die Gesetze und Bedingungen durch die Kommunikation längst in einem radikalen Umbruch befinden.

Denn das Internet bietet ja nicht nur Rückkanäle, sondern unendliche Plattformen auf denen sich eine neue Quantität und Qualität der viralen Kommunikation, also einer Mundpropaganda entfalten kann, wie sie radikaler und nachhaltiger bisher nicht möglich war.
 

Wer mit seinen Informations-Anstrengungen immer noch in einer Art Frontal-Unterrichtung arbeitet, dürfte bald Probleme bekommen.

Nicht umsonst hat der US-PR-Guru Seth Godin davor gewarnt, dass es in den Zeiten des Internet nicht genügt, einfach das Internet in seine Kommunikation einzubeziehen. Wer künftig als Unternehmen erfolgreich sein will, muss tiefer schürfen und überprüfen, ob tradierte Prozesse und Kommunikationsmuster den neuen Anforderungen des Internet stand halten.

Einer der Grundfehler ist, das Internet nur als neuen Kommunikations-Kanal zu betrachten. Das Internet ist auch mehr als eine Straße mit zwei Fahrtrichtungen, sondern viel mehr ein Markt- und Kommunikationsplatz in durchaus klassischem Sinn, der seine eigene Kommunikations-Dynamik und -Gesetze hat.

Dem Verkündungsprinzip von oben nach unten läuft dies radikal entgegen. Und nicht nur das. Wer dieses Prinzip weiterhin anwendet, wird künftig damit wenig Erfolg haben. Weder in seiner klassischen Informationspolitik und noch in Krisensituationen.
 

Unternehmen sollten diese Anforderungen des Internet aber weniger als Last oder Mühe sehen, sondern vielmehr als Chance. Über das Internet und seine Möglichkeiten verfügen sie nicht nur über deutlich mehr und intensivere Kommunikationsmöglichkeiten, sie können auch viel besser den Dialog mit Mitarbeitern, Kunden und Öffentlichkeit führen. Mehr noch, sie können sich auch die neue Internet-Öffentlichkeit über den viralen Hebel des Internet nutzbar machen. Mit den richtigen Impulsen und Themen setzen Mitarbeiter, Kunden und Dritte virale Kommunikationselemente in Gang.
 

Umgekehrt ist natürlich auch notwendig zu erfahren, welche viralen Ströme oder Brecher in kritischer oder negativer Form auf ein Unternehmen zukommen. Über ein Monitoring lässt sich dies erfassen und schon frühzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen.
 

Per Internet können auch viel einfacher und stärker Mitarbeiter als Repräsentanten des Unternehmens wahr genommen werden, für Transparenz sorgen und emotionaler auftreten usw.

Allerdings geht dies nur, wenn die Kultur dahinter stimmt, wenn der Dialog auch gewünscht ist und die Mitarbeiter tatsächlich durch Schulungen und eine gelebte Kultur in der Lage sind zur Reputation des Unternehmens beizutragen.

 

von Roland Keller veröffentlicht in: Ten Years After
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