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Eigentlich sollte man keine Blogbeiträge über die Deutsche Bahn AG schreiben. Denn das Wort Marketing hat dort die gleichen Anfangsbuchstaben wie Monopol und ihr Kommunikator Mehdorn. Aber da man ja um die Bahn nicht herumkommt und die Fortbewegung auf den Schienen wesentlich angenehmer ist als auf der Autobahn, erlebt man so manche Aktion von Menschen dieser Institution, die der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung nahezu alles unterwerfen. Das führt soweit, dass man sich am liebsten als Stückgut ohne menschliche Bedürfnisse in die Hände von manchen Bahn-Managern geben würde. Denn mit Stückgut können sie besser als mit Kunden umgehen, die nur stören und Bedürfnisse nach Service haben.

Was die Kostenfüchse dabei vergessen, sie lädieren mit ihrem Sparwahn ihr Image und ihr Branding.

Eigentlich ist die Sache keine Rede Wert, doch sie stinkt und bleibt haften.
Die stolze Stadt Offenburg hat einen Bahnhof, der das Privileg hat von vielen ICEs bedient zu werden. Sie hat auch einen halbwegs schönen Bahnhof, der gepflegt wirkt, bis man 50 Cent in die verriegelte Toilettentür wirft und dafür mit einer verschmutzen Toilettenschüssel belohnt wird an deren Seiten auch noch Schutzhülsen von Kanülen liegen.
Bei Beschwerden huscht dem Uniformierten am Service-Point nur ein Lächeln über das Gesicht. Einmal am Tag wird gereinigt und man könne ja nicht jede Stunde (wie das selbst bei McDonalds geschieht) die Toilette überprüfen. Der Chef des Bahnhofes ist dann zu hören, hätte schon überlegt die Toilette zu schließen, da sie nur Kosten verursache. Ein klare und einfache Lösung, die der Mentalität so mancher Mitarbeiter der Bahn nahekommen dürfte. Sogar für die Mundpropaganda wäre das besser. So kommen mir und wohl auch etlichen anderen, die für 50 Cent ein Horror-Kabinett betreten durften, bei Gedanken an den Bahnhof von Offenburg vor allem die menschlichen Rückstände in den Sinn, auf die ich dort getroffen bin. Gäbe es keine Toilette mehr, mit dem Hinweis auf Vandalismus und Verunreinigung wäre der bleibende Eindruck weniger schlimm.

Tatsächlich sollte man sich aber weniger über eine verunreinigte Toilette aufregen, sondern über Bahn-Manager, die nicht in der Lage sind, Lösungen zu finden und nur an ihre Kosten denken. Freilich nicht an die Kosten, die solche Negativ-Effekte nachhaltig auslösen. Für solche Manager ist der Kunde nur ein Stör- und Kostenfaktor, ein Stückgut, das bitte seine menschlichen Bedürfnissen zurückhalten soll, bis es wieder in seinen eigenen vier Wänden ist. 

 
Tag(s) : #Der tägliche Clash

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