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Eigentlich sollte man nur an so schönen Tagen wie heute (München, Sonnenschein, Champanger in der Luft) Geschäfte machen. Die Menschen sind gut gelaunt, aufnahmebereit, tolerant und in bester Stimmung, wenn das Wetter stimmt.


Man will sich auch kaum Gedanken über virale Wirkungen der Kommunikation machen, wenn ein Traumwetter herrscht. Jeden, den man trifft, sagt eh sofort und zuerst "tolles Wetter". Ganz so als wären unsere Gedanken gleich geschaltet. Hinzu kommt, dass diese Gleichschaltung eine enorme Energie bündelt, die Menschen an den Eisbach im Englischen Garten zieht, auf die Wiesen, an denen ich mit dem Rad voller Neid vorbei gefahren bin. Leider zurück zum Schreibtisch nach einem Termin, statt in den Biergarten am Chinesischen Turm.


Und dabei habe ich die ganze Zeit an das Gespräch während meines Termins gedacht, dass so viele junge Kreative aus dem Filmbereich gen Berlin ziehen. Auch meine Berliner Nächte waren immer lang ... und Berlin hat was. Doch wer heute beschwingt durch den Englischen Garten oder die Isar Auen in München gefahren ist, für den ist es keine Frage, wo er leben möchte.


Man kann ja immer mal kurz, wenn die Nächte wieder länger und die Tage grau werden gen Berlin aufbrechen für einen kurzen Culture Clash.


Allerdings habe ich dort in den letzten Jahren genau die Stimmung vermisst, die Berlin noch in den 80er Jahren hatte, als dort das so genannte Kreative noch nicht von alternativen Tourismus-Werbern vermarktet wurde, man mehr auf Avantgarde als auf den abgenutzten Begriff Kreativität traf. Und wenn ich an den bayerischen König Ludwig II. denke, ist gar keine Frage, wo sich in deutschen Landen Avantgarde und Wahn vereinten, bis in den Tod hinein, der den Mythos (und das virale Marketing um Figur und Schaffen) noch verstärkt.


Aber vielleicht liege ich auch falsch mit meinem Blick aus dem satten München, besoffen vom Wetter und den glücklichen Menschen im Englischen Garten. Die auch glücklich sind, dass das Liegen dort nur Zeit kostet. Denn, wie der Münchner Oberbürgermeister richtig bemerkte, "man muss sich München leisten können". Und das ist tatsächlich ein Argument für die Hauptstadt.

Tag(s) : #Der tägliche Clash

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