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Der RCDS, die CDU-nahe Studenten-Organisation, legt sich mit dem Mythos Ché an. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten hat sich nichts weniger vorgenommen, als die Ikone Ché Guevara vom Sockel zu stoßen.

In dem 1928 geborene Revolutionär, der 1967 in Bolivien in einem Hinterhalt starb, sieht der RCDS einen Menschen, der hunderte von Menschenleben auf dem Gewissen habe und durch seine Aktionen – eine verfehlte Wirtschaftspolitik in Cuba – wenig dazu beigetragen hätte als Held nachzuwirken.

Sein Tod hängt mit seiner Fehleinschätzung der revolutionären Situation in Bolivien zusammen. Er setze auf die arme Landbevölkerung und die Indianer, die mit seinen Zielen jedoch wenig anzufangen wussten.
Doch gerade sein früher Tod im Vormärz von '68, der Zeit des Vietnamkrieges, machte ihn zu einem Mythos.

Wenn jetzt der RCDS seine Anti-Ché-Kampagne
 "Ciao Guevara! Schau der Wahrheit ins Gesicht" mit einem Ché-Plakat schmückt, bei dem das Gesicht durch die Aufzählung von Verbrechen und Fehler ersetzt ist, darf man gespannt sein, wer in der viralen Kampagne gewinnt. Der Mythos Ché, der längst entmaterialisiert ist, oder die Wahrheit des RCDS.

Ich wette, dass die Anti-Kampagne sogar hilft, den Mythos Ché weiter zu stärken.

Zudem sollte man bei der Nutzung des italienischen ciao nicht nur auf den modischen deutschen Zeitgeist setzen. Erstens wird es in Italien auch zur Begrüßung genutzt, zweitens unterstreicht es, dass man mit dem Mythen-Freund Ché per Du verkehrt.

Wer das Ciao-Plakat noch musikalisch politisch korrekt untermalen möchte, kann ja das italienische Lied des Widerstandes gegen den Faschismus, 
"Bella Ciao", anstimmen:

Eines Morgens, in aller Frühe, o bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao, eines Morgens, in aller Frühe trafen wir auf unser’n Feind ...

Tag(s) : #Der tägliche Clash

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