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Während heute in einschlägigen US-Blogs schon zu lesen war, „The Social Network Wars Begin In Earnest: Facebook Bans Google Friend Connect“ sind nach meinem Eindruck etliche so genannte Web 2.0-Themen und Anwendungen

1. bei vielen Internet-Nutzern noch nicht angekommen, auch weil

2.
Social Software, -Plattformen und -Netze gerade im Stadium 0.5 angelangt sind.

Besonders deutlich fiel mir das letzte Woche bei einem Workshop auf, den ich mit PR-Blogger Klaus Eck für ein Unternehmen aus der Medienbranche entwickelt und durchgeführt habe.

Themen waren Social Web, Networking, Blogs, neue Formen der Kommunikation und Reputation.

Etliche der Teilnehmer waren zwar in einigen Social Networks Mitglied, wussten aber nicht sehr viel damit anzufangen. Natürlich fanden die Teilnehmer es sehr interessant, wie man per Social Networks Kontakte sammeln, verwalten, skalieren und nutzen kann, wie sich Netzwerke und Communities für Unternehmensziele aufbauen und einsetzen lassen etc.

Der Sprung aus dem klassischen Kommunikations- und Networking-Verhalten in die Welt von z. B. Facebook fällt jedoch nicht einfach. Zunächst verwirrt die Vielfalt von Facebook, die wenig zielführend scheint. Hinzu kommt, dass etliche Plattformen keine klare Usability bieten, die sofort intuitiv eingängig ist. Man muss sich auf die Plattformen und ihre Funktionen nicht nur einlassen, sondern sie begreifen. Die Maschine sowie Bits und Bytes sagen wo es lang geht. Auch Xing und Linkedin sind durchaus gewöhnungsbedürftig.

Ein berechtigter inhaltlicher Einwurf war, dass es in vielen Netzwerken vor allem um Karriere-Themen, Jobsuche, ginge. Das ist besonders in dem global funktionierenden Variety-Network "Biz" zu erkennen. Die Plattform zwar sehr einfach aufgebaut und leicht verständlich, doch neben den Themen Jobsuche/-angebot und Collaboration bei Filmprojekten gibt es keine anderen Interessen- oder Kompetenzbereiche zu Fragen, die ständig die Branche beschäftigen.

Trotz aller Kritik wurde deutlich, dass man sich als Unternehmen dem Thema Social Networks nicht verschließen kann, sowohl aktiv mit Themen-Communities als auch passiv als Teilnehmer und Beobachter fremder Communities. Ebenso kam der Gedanke an, dass sich über Networks eine gewisse Transparenz über Märkte und ihre Teilnehmer herstellen lässt.

Dennoch das Fazit: Um Einsteigern sofort mit einem schlüssigen Nutzen zu überzeugen, müssen die Angebote ein stärkeres Human Interface und eine selbst erklärende Navigation bekommen, die sich am realen Verhalten orientiert.

Wenig Widerspruch kommt bei Workshops, dass E-Mails gerade mit Personen, mit denen man enge Kontakte pflegt, nicht unbedingt das beste Mittel der Kommunikation sind. Netzwerke, aber auch RSS oder collaborative Plattformen werden hier zukünftig gewinnen.

Ein zunehmend wichtiges Thema bei Workshops ist Reputation (
siehe auch Krisenblogger.), aber auch Blogs, was ja zum Teil zusammen hängt. Selbst wenn Unternehmen nicht selbst bloggen, müssen sie sich intensiv mit der Materie Blog beschäftigen – auch um herauszufinden, welche Meinungen und Informationen aus Dritter Hand über sie im Web kursieren.

Wie ticken Blogger, wie erfahre ich, welche Online-Reputation ich habe – und was kann ich tun, um online meine Reputation zu verbessern, sind zentrale und grundsätzliche Fragen, die für die gesamte Unternehmenskommunikation immer größere Bedeutung gewinnen.

Zurück zur Kritik an den Plattformen und der Wertung 0.5: Auch wenn heute noch ein deutlicher Bruch zwischen Kommunikation und Netzwerken in der realen und der virtuellen Welt besteht, ist es jetzt wichtig, sich immer wieder aufs Neue mit der Entwicklungen des Social Web auseinander zu setzen, um sich einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern zu verschaffen – oder zumindest mit ihnen auf Augenhöhe zu bleiben.





Tag(s) : #Ten Years After

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