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Schlechte Ausbildung und Outsourcing seien die größten Gefahren für Journalismus und Presse, ziehen die dpa-Tochter News Aktuell und das Hamburger Faktenkontor ihr Fazit im Medien-Trendmonitor Frühjahr 2008.

Kritischer sollte man aber die Antworten von 70 Prozent der Befragten nehmen. Sie sind der Ansicht, dass die deutschen Verlage nur mäßig für die digitale Zukunft gerüstet seien.


Befragt wurden 3.039 Redakteure und freie Journalisten vom 14. Januar bis zum 10. Februar 2008. Obwohl es sich hier um keine Aussagen von Verlagsleitungen handelt, geben die Antworten zumindest eine Tendenz an, da Redaktionen in die Online-Entwicklungen bei Verlagen in der Regel eingebunden sind.
 


Dennoch scheinen scheint diese negative Einschätzung auf die eigene berufliche Sitation wenig Einfluss zu haben: Die Zufriedenheit mit Beruf und Entlohnung steigt, insbesondere bei den jüngeren Redakteuren.

Und der etablierte Journalismus ist durch den Bürgerjournalismus für 54 Prozent nicht in Gefahr. Als große oder mittlere Gefahr sehen jedoch 42,9 Prozent User Generated Content.


Je höher die Kompetenz im Online-Bereich, um so geringer wird der schreibende und bloggende Bürger als Gefahr eingeschätzt. 64 Prozent der Befragten aus dem Bereich Online und Multimedia geben Entwarnung. Das deutet daraufhin, dass bei einem großen Teil der Befragten die Online-Komptenz noch nicht sehr stark ausgeprägt ist.


Dies wird auch durch die Einschätzung von Web 2.0-Themen verstärkt. Community- und Networking-Themen scheinen bei vielen noch nicht angekommen zu sein oder gar genutzt zu werden. 65,6 Prozent sehen Web 2.0 für die journalistische Arbeit eher als geringfügig bedeutend. Für Online- und Multimedia-Auftritte wird Web 2.0 von 51 Prozent hingegen als wichtig erachtet.


Der Großteil der Befragten, voran die Jüngeren, befürwortet Investitionen in Internetangebote und Internetfirmen. Knapp die Hälfte ist der Meinung: wer jetzt nicht mitzieht, hat zukünftig verloren hat.

32,3 Prozent gehen davon aus, dass es lukrative Erlösmodelle im Internet geben wird, und 23,5 Prozent glauben, dass die wachsenden Umsätze mit Online-Werbung die Investments in Internetangebote sichern.


Selbstbewusst sieht die Mehrheit der Journalisten und Redakteure im gedruckten Wort weiterhin das Leitmedium. Nur 17 Prozent glaubt, dass das Internet bald zum wichtigsten Medium wird und 13 Prozent sehen schon heute das Internet in dieser Funktion.


Als kritischer Faktor für den etablierten Journalismus werden schlechte Ausbildung (59,2 Prozent), Outsourcing von Redaktionen (58,8 Prozent) und die Abkehr der jüngeren Generation vom Qualitätsjournalismus (58,4 Prozent) gesehen.

Tag(s) : #Ten Years After

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